Du hast herausgefunden, dass deine Riester nicht gut läuft? (Das kannst du hier prüfen: https://miri-kollmann.de/wie-viel-rendite-macht-deine-riester-so-findest-du-es-heraus/ Die gute Nachricht: Du hast nun mehrere Möglichkeiten. Und die richtige Entscheidung hängt stark von deiner individuellen Situation ab.
Warum viele ihre Riester „einfach behalten“
Die meisten denken: „Ich will nicht kündigen, sonst verliere ich meine Zulagen.“ Ja, das stimmt, wenn du deine Riester kündigst, musst du alle erhaltenen Zulagen zurückzahlen. Die Riester jedoch nur deswegen zu behalten, ist nicht immer die Beste Lösung. Hier findest du einen kleinen Guide, was du tun kannst und welche Variante für dich vermutlich am Besten passt.
Option 1: Riester kündigen (ja, das kann sinnvoll sein)
Das klingt erstmal hart, ist aber in manchen Fällen die beste Entscheidung. Insbesondere wenn du ohnehin wenige Zulagen bekommen hast ingesamt, lohnt es sich nicht, den Vertrag weiterzuführen. Wenn du dein Geld aus dem Vertrag wieder rausnimmst und stattdessen z.B. in ETFs investierst, kommt sehr wahrscheinlich am Ende mehr raus, als was du ursprünglich an Zulagen bekommen hast. Wenn du den Vertrag einfach so weiterlaufen lässt, fallen meist hohe Kosten an, das gilt sogar für beitragsfreie Verträge. Wenn deine aktuelle Situation ohnehin ziemlich unpassend für Riester ist (hohes Einkommen, keine Kinder bzw. nicht mehr kindergeldberechtigt, selbstständig) und du nicht planst, daran etwas zu ändern, macht es in den meisten Fällen mehr Sinn, die Riester zu kündigen.
Option 2: Riester beitragsfrei stellen
Das ist die „Zwischenlösung“.
Vorteil:
- du behältst alle Zulagen
- du musst nichts mehr einzahlen
Nachteil (und der ist wichtig):
- es fallen weiterhin Kosten an
- diese werden direkt aus deinem Vertrag entnommen
Diese Option macht nur Sinn, wenn dein Vertrag ganz gute Rendite macht und du viele Zulagen bekommen hast, die du nicht verlieren willst
Option 3: Anbieter wechseln (sehr unterschätzt!)
Das ist oft die beste Lösung. Du kannst deine Riester einfach zu einem anderen Anbieter übertragen. Das nennt man Anbieterwechsel. Dabei wird dein gesamtes Guthaben übertragen, die Zulagen bleiben erhalten und der Vertrag läuft dann bei einem neuen Anbieter weiter. Es gibt mittlerweile ETF-basierte Riester Renten, die meist deutlich besser sind als Verträge mit festen Zinsen oder teuren aktiven Fonds. Du kannst also dein Geld in einen ETF packen und es ist sogar 100% garantiert, zum Zeitpunkt wo du in Rente gehst. Bei einem Anbieterwechsel kannst du dich entscheiden, ob du den Vertrag beitragsfrei weiterlaufen lässt oder weiter einzahlen willst.
Wichtiger Punkt: Kosten und Provisionen
Viele Riester-Verträge sind sogenannte Provisionstarife. Das heißt, es sind Abschlusskosten enthalten, die dann zum Teil an den Berater bzw. die Beraterin gehen. Was viele nicht wissen: es gibt auch Riester-Verträge ohne Provisionen, sogenannte Netto- bzw. Honorartarife. Dadurch sind die Kosten deutlich geringer, das macht insbesondere bei Beitragsfreien Riesterrenten sinn.
Mein Tipp & Fazit
Bitte mach nicht den Fehler, deine Riester einfach „liegen zu lassen“. Das ist in den meisten Fällen die schlechteste Option. Ich kann dich als Altersvorsorgeexpertin bei der Entscheidung und dem Wechsel unterstützen.
